LSA-Schwachstellenanalyse

Qualitätssicherung an Lichtsignalanlagen

Flächendeckende
Ampelprüfung
Für die Qualitätssicherung an Lichtsignalanlagen wird vom Referat Verkehrsmanagement turnusmäßig die Leistungsfähigkeit von signalisierten Kreuzungen bewertet. Die Vorgabe aus der RiLSA verpflichtet den Baulastträger zur regelmäßigen Prüfung der LSA auf Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit. Explizit wird die flächendeckende Einschätzung des Verkehrsablaufs untersucht, ausgewertet und veröffentlicht.
Digitale Verkehrsüberwachung

GPS-Daten verbessern die Ampelsteuerung in Bayern

In Bayern befinden sich rund 3.000 LSA in der Baulast des Freistaates Bayern. Um diese Anlagen auf Schwachstellen im allgemeinen Verkehrsfluss zu untersuchen, werden GPS-Daten bewegter Fahrzeuge (FCD) verwendet. Sie spiegeln den Verkehrsablauf im Straßennetz wider, wodurch Unregelmäßigkeiten im Verkehrsfluss übersichtlich dargestellt werden können.

Die LSA-Schwachstellenanalyse nutzt diese anonymisierten FCD aus einem Umkreis von 100 Metern zum Mittelpunkt einer Straßenkreuzung. Daraus werden Verlustzeiten aller Fahrbeziehungen (sog. Bewegungspfade) an einer signalisierten Kreuzung berechnet und auf die Gesamtanzahl der Fahrten normiert. Die Einstufung der Verkehrsqualität erfolgt auf Basis der Gesamtbetrachtung der Kreuzung. Weisen die Verlustzeiten Werte über einer bestimmten Toleranzschwelle auf, so gilt diese LSA als nicht leistungsfähig und wird als Schwachstelle gekennzeichnet.

Optimierung von Kreuzungsanlagen

Wie Leistungsengpässe an Kreuzungen erkannt und behoben werden

Ziel beim Betrieb der Lichtsignalanlagen (LSA)
Kurze Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer und ein stabiler Verkehrszustand (Qualitätsstufen A–D).

  • Für ausgewählte Kreuzungen werden Detailuntersuchungen durchgeführt, bei denen jede Fahrbeziehung einzeln bewertet wird.
  • Liegt die Verlustzeit über 70 Sekunden, gilt die Kreuzung als nicht leistungsfähig (QS E/F).
  • Längere Wartezeiten führen zu Rückstaus und beeinträchtigen den Verkehrsfluss.
  • Kreuzungen werden in einem LSA-Schwachstellenkataster erfasst und mit den Qualitätsstufen der Vorjahre verglichen.
  • Ergebnisse werden den Staatlichen Bauämtern (StBÄ) zur Verfügung gestellt.
  • Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sind:
    Optimierung von Signalprogrammen, Instandsetzung von Detektoren und bauliche Anpassungen
Auswertung

Die LSA-Schwachstellenanalyse
wird 2-stufig durchgeführt

Verfahren der LSA-Schwachstellenanalyse. Die Knotenpunktanalyse wird für die LSA in der Zuständigkeit des Freistaates Bayern durchgeführt. Für nicht leistungsfähige LSA ermittelt die Pfadanalyse limitierende Fahrbeziehungen, die vorrangig verbessert werden sollten.
Analyse 1

Knotenpunktanalyse

Ein überlasteter LSA-Knoten wird detailliert ausgewertet. Die einzelnen Bewegungspfade werden separat analysiert.
Analyse 2

Pfadanalyse

Ein überlasteter LSA-Knoten
wird detailliert ausgewertet.
Die einzelnen Bewegungspfade
werden separat analysiert.
Weiterentwicklung

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Ab 2025 soll abweichend zu den vergangenen Jahren eine interne Analysemöglichkeit für den Freistaat Bayern geschaffen werden. Damit sind jährliche oder sogar unterjährige Schwachstellenanalysen für die StBÄ möglich. Zudem können bei Bedarf monatliche, wöchentliche und gar tägliche Untersuchungen der signalisierten Kreuzungen durchgeführt werden. So ist unmittelbar ein Vorher-/Nachher-Vergleich einer Maßnahme möglich.

Als Grundlage dafür soll eine referatsinterne Online-Plattform mit Echtzeitdaten implementiert werden. Perspektivisch können nach dem Aufbau der Plattform die Daten in die Verkehrsanalyse Bayern einfließen. Auch erweiterte Anwendungsfälle sind denkbar, so etwa eine Untersuchung, ob die LSA-Qualität mit den Unfallhäufigkeiten an Kreuzungen korreliert.

Das Projekt ist als Daueraufgabe konzipiert, die nach der RiLSA zyklisch im 4-Jahres-Turnus wiederholt wird. Im Freistaat Bayern wurde die erste Schwachstellanalyse bereits für das Jahr 2012 durchgeführt.

Ampeln im Check

GPS-Daten zeigen Schwachstellen im Straßenverkehr.