Häufig gestellte Fragen

Alles Wichtige zum Verkehrsmanagement auf einen Blick

Verkehrsmanagement Bayern

Baustellenmanagement

Baustellenmanagement umfasst die Planung, Koordination und Überwachung von Bau‑ und Sperrmaßnahmen auf Straßen, damit Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering und verkehrssicher bleiben.

Dazu gehören u. a. die Abstimmung von mehreren Baustellen im Netz, die Auswahl von Umleitungen sowie die Bereitstellung von Echtzeit‑Informationen an Verkehrsteilnehmende.

ArbIS ist ein IT‑gestütztes Arbeitsstellenmanagementsystem, mit dem Baustellen auf Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen zentral geplant und aufeinander abgestimmt werden.

Über ArbIS können die verkehrlichen Auswirkungen eingeschätzt und Baustellendaten im Datex‑II‑Format an die Verkehrsinformationszentrale Bayern und weitere Dienste weitergegeben werden.

Aktuelle Baustelleninfos für Bundes- und Staatsstraßen in Bayern können über das offizielle Informationsportal „BayernInfo“ eingesehen werden. Dort werden u. a. laufende Baustellen, Sperrungen, Umleitungen sowie Verkehrslagekarten in Echtzeit bereitgestellt.

Durch digitale Baustellen‑ und Verkehrsmanagementsysteme (z. B. ArbIS und intelligente Verkehrssteuerung) können Baustellen besser aufeinander abgestimmt und mögliche Staus früh identifiziert und umgeleitet werden. Zudem werden Verkehrsteilnehmende über aktuelle Lagekarten, Warnleuchten wie „Bayern‑Bake“ und Navigationssysteme rechtzeitig informiert, was Staus und Sicherheitsrisiken reduziert.

Durch die Vernetzung können Baustellendaten automatisch an Verkehrsinformationszentralen, Navigationsdienste und Verkehrsmanagementsysteme übermittelt werden, sodass Informationen stets aktuell und konsistent sind. Dies verbessert nicht nur die Verkehrsführung und die Reaktionsfähigkeit bei Störungen, sondern bildet auch die Grundlage für künftige Anwendungen wie automatisiertes Fahren.

Landesverkehrsmodell

Das Landesverkehrsmodell Bayern ist ein computergestütztes Modell, das die Verkehrsströme auf Straßen und im ÖPNV im gesamten Freistaat abbildet. Es erfasst u. a. den motorisierten Individualverkehr, den ÖPNV und teilweise auch Fuß‑ und Radverkehr, um Verkehrsprozesse realistisch nachzubilden.

Eingabedaten sind u. a. Verkehrszählungen, Fahrplan‑ und Linieninformationen des ÖPNV, Wirtschafts‑ und Bevölkerungsdaten sowie bestehende Infrastruktur (Straßen, Haltestellen). Auf Basis dieser Daten werden Nachfrage und Verkehrsflüsse berechnet.

Das Modell dient zur Analyse von Verkehrsprognosen, zur Planung neuer Straßen‑ und ÖPNV‑Angebote sowie zur Bewertung von Verkehrsmaßnahmen wie Umleitungen, Sperrungen oder Verkehrsregelungen. Es unterstützt die Entscheidungsgrundlage für Investitionen und Verkehrsmanagement‑Maßnahmen.

Das Modell ist so aufgebaut, dass Verkehrsflüsse bis hinunter zu kleineren Gemeinden und Ortschaften dargestellt werden können. Das ermöglicht differenzierte Betrachtungen auf regionaler und kommunaler Ebene, z. B. für lokale Verkehrsuntersuchungen oder Planungen.

Das Modell erlaubt die Simulation verschiedener Szenarien (z. B. neue Bauvorhaben, Verkehrseinschränkungen oder Verkehrsverschiebungen), sodass deren Auswirkungen auf Verkehrsbelastung, Verkehrszeiten und Umwelt abgeschätzt werden können. Dadurch lassen sich Maßnahmen vorab bewerten und gegebenenfalls optimieren.

Verkehrsdatenmanagement

Erfasst werden primär Angaben zur Verkehrsmenge (Anzahl der Fahrzeuge), zur Fahrzeugzusammensetzung (Pkw, Lkw, Motorräder) sowie zu Verkehrsgeschwindigkeiten und zeitlichen Verläufen.

Die fachliche Zuständigkeit liegt bei der Bayerischen Straßenbauverwaltung, konkret bei der Landesbaudirektion und den Staatlichen Bauämtern, die das Bayerische Straßeninformationssystem (BAYSIS) betreiben.

Frühere, manuelle Zählungen wurden durch ein flächendeckendes, automatisiertes System ersetzt, das mittels Dauerzählstellen und moderner Sensorik in Echtzeit verlässliche Daten liefert.

Die Daten dienen als fundierte Basis für die Verkehrsplanung, die Dimensionierung von Straßenbauprojekten, die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die intelligente Verkehrssteuerung.

Man unterscheidet zwischen permanenten Dauerzählstellen für Langzeitbeobachtungen, temporären Systemen für punktuelle Messungen und Sondererhebungen, die bei spezifischen Fragestellungen zum Einsatz kommen.

Verkehrsanalyse

Die Verkehrsdaten werden in Bayern durch automatische Messstellen, Sensoren, Kameras und teilweise durch verkehrsteilnehmerbezogene Daten erfasst. Diese Daten werden gesammelt, bereinigt und mit Analyse- und Visualisierungstools ausgewertet, um Muster wie Staus, Verkehrsströme oder Unfallhäufigkeit zu erkennen und darzustellen.

Durch die Verkehrsanalyse lassen sich Staus früher erkennen, Unfallhäufigkeitsstellen identifizieren und Engpässe im Straßennetz aufdecken. Das hilft, gezielt Verkehrsmaßnahmen zu ergreifen, Warnhinweise auszuspielen und die Verkehrssicherheit sowie die Verkehrsführung auf überregionaler und regionaler Ebene zu verbessern.

In die Verkehrsanalyse Bayern fließen Daten aus automatischen Messstellen, induktiven Schleifen, Kameras, GPS‑basierten Nachfragedaten und teilweise aus zentralen Verkehrsdatenbanken wie dem Bayerischen Straßeninformationssystem (BAYSIS) ein. Zudem werden Informationen zu Verkehrsereignissen, Baustellen und Unfällen genutzt, um ein möglichst aktuelles und vollständiges Bild des Verkehrs zu erhalten.

Die Verkehrsanalyse liefert belastbare Kennzahlen und räumliche Muster, auf deren Grundlage Planungen für Ampelanlagen, Streckenführung, Umleitungen oder Ausbau‑ und Sanierungsprojekte erfolgen können. Sie ermöglicht die Abschätzung von Wirkungen (z. B. Entlastung, Verkehrsflussverbesserung) und hilft, priorisierte Maßnahmen für die bestmögliche Nutzung der vorhandenen und geplanten Infrastruktur festzulegen.

Digitale und intelligente Systeme ermöglichen eine dynamische Verkehrssteuerung, etwa durch adaptive Lichtsignalanlagen, variable Verkehrszeichen und Echtzeit‑Informationen über aktuelle Verkehrslagen. Sie nutzen die aus Verkehrsanalysen gewonnenen Erkenntnisse, um Verkehrsflüsse zu optimieren, Kapazitäten besser auszuschöpfen und den Verkehr sicherer und effizienter zu gestalten.

Verkehrszeichen Datenbank

Die Zeichen sind in der Regel gemäß der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in Gefahrenzeichen, Vorschriftzeichen, Richtzeichen sowie Zusatzzeichen unterteilt.

Ja, eine moderne Datenbank ermöglicht meist eine gezielte Suche nach Zeichennummern, Namen oder Kategorien, um das gewünschte Schild schnell zu finden.

Neben der grafischen Darstellung finden sich meist Informationen zur offiziellen Bedeutung, zu Varianten sowie oft Verweise auf die zugehörigen Paragrafen der StVO.

Die Inhalte basieren auf dem offiziellen Katalog der Verkehrszeichen (Vz-Kat) und werden regelmäßig an Änderungen der StVO oder Verwaltungsvorschriften angepasst.

Sie dienen primär Fachleuten in der Verkehrsplanung und -verwaltung als Referenz, werden aber auch für Schulungszwecke oder zur allgemeinen Information genutzt.

Verkehrssimulation

Bayern simuliert Verkehrsflüsse mit Software wie PTV Vissim, um Staus zu prognostizieren, Ampeln zu optimieren und Baustellen besser zu planen.

Echtzeitdaten von BayernInfo, Messstellen, GPS-Fahrzeuge und historische Verkehrsdaten sorgen für hohe Genauigkeit des Modells.

Bei Ampelsteuerung, Kreisverkehren, Umgehungsstraßen und Großveranstaltungen zur Minimierung von Engpässen.

Seit über 20 Jahren, mit kontinuierlicher Weiterentwicklung durch das Landesverkehrsmodell.

BayernInfo liefert Live-Verkehrsdaten, die in Simulationen für dynamische Steuerung und Vorhersagen integriert werden.

Verkehrsinformationszentrale

Die Daten sind meist Echtzeit‑ oder nahezu Echtzeit‑Informationen, die regelmäßig automatisiert aktualisiert werden.

Gezeigt werden Staus, Baustellen, Unfälle, Sperrungen, Grenzüberwachungen und allgemeine Verkehrsauffälligkeiten im Straßenverkehr.

Die VIZ bündelt Daten aus verschiedenen Quellen, leitet Warnungen und Umleitungen ab und stellt diese Nutzerinnen und Nutzern über Portale, Apps und Infotafeln bereit.

Daten kommen aus Verkehrs‑ und Wetterdatenerfassung, Sensoren, Kameras, Meldungen von Polizei/Feuerwehr sowie von Partnern wie BayernInfo.

Ja, unter anderem über das Portal BayernInfo und die Bayerninfo‑App können aktuelle Verkehrsmeldungen und Stauinformationen live abgerufen werden.

BayernInfo

BayernInfo aktualisiert Verkehrsdaten in Echtzeit aus Quellen wie 55.000 km Straßenüberwachung, Polizei und Bauämtern. Staumeldungen, Unfälle und Sperrungen werden fortlaufend kombiniert und sind rund um die Uhr verfügbar.

BayernInfo zeigt aktuelle Staus, Baustellen von Autobahn GmbH, Landkreisen und Städten sowie Sperrungen an, inklusive ca. 4.500 jährlicher Baumaßnahmen. Eine interaktive Karte visualisiert diese mit Details zu Dauer und Umleitungen.

Ja, der integrierte Routenplaner deckt Auto, Bus, Bahn, Fahrrad und Fußgänger ab, mit Echtzeitdaten zum ÖPNV aus DEFAS Bayern. Er berücksichtigt Verspätungen und Verbindungen bis zu Sharing-Diensten.

BayernInfo integriert über 500 Webcams von Autobahnen, Bundesstraßen und Rastanlagen plus 70 zusätzliche Kameras aus Baustellen und Kommunen. Das Netz wird laufend erweitert, ohne personenbezogene Daten zu zeigen.

BayernInfo liefert für Lkw auf A9, A3 und A93 Belegungsdaten von Parkplätzen, Ausstattung von Rastanlagen sowie Parkgebühren und Güterverkehrszentren in Bayern. Diese Daten unterstützen sichere und effiziente Transporte.

Verkehrsredaktion

Die Verkehrsredaktion des Bayerischen Rundfunks (BR) nutzt primär die Verkehrsmeldestelle der Polizei sowie Daten vom ADAC, BayernInfo und anderen Medien für Echtzeit-Informationen zu Staus und Unfällen.

Berichte werden rund um die Uhr bearbeitet, tagsüber mit vier Mitarbeitern zwischen 5 und 18 Uhr; Meldungen werden priorisiert, recherchiert und stündlich in Radiosendern wie Bayern 1 oder B5 aktuell verbreitet.

Ja, die Redaktion deckt ÖPNV-Störungen (Bahn, S-/U-Bahn), Flughäfen und teilweise Güterverkehr ab, ergänzt durch BayernInfo-Daten zu Lkw-Parkplätzen und Verladezentren.

Die Redaktion koordiniert eng mit Polizei (Hauptquelle), ADAC und BayernInfo, prüft Meldungen redaktionell und leitet sie an BR-Programme weiter; Kontakte wie kontakt@bayerninfo.de unterstützen den Austausch.

Live-Updates erfolgen digital über BR.de, Apps und DAB+ (BR Verkehr); für München-Pendler bieten Verkehrsübersichten, Talks und Echtzeit-Staus in Bayern 1/3 spezifische Dienste.

Radroutenplaner Bayern

Der Radroutenplaner Bayern ermöglicht die Planung sicherer Radwege über eine App oder Weboberfläche, inklusive Höhenprofilen zur Bewertung der Steigung und Offline-Karten, die vorab heruntergeladen werden können. Diese Funktionen eignen sich besonders für Touren in hügeligem oder abgelegenem Gelände in Bayern.

Der Planer bietet spezialisierte Themenrouten wie familienfreundliche Strecken, Touren entlang von Radwegen am Inn oder Donau und touristische Rundwege mit Sehenswürdigkeiten. Diese Routen berücksichtigen Beliebtheit, Schwierigkeit und Infrastruktur wie Radwege-Netze.

Ja, die App unterstützt vollständige Offline-Navigation durch Download von Kartenregionen, ideal für Gebiete ohne Mobilfunkempfang wie Alpen oder ländliche Teile Bayerns. Routenführung, Navigation und Höhenprofile bleiben verfügbar.

Routen können einfach geteilt werden via Link, GPX-Export oder Social Media, und es ist möglich, Zwischenstopps hinzuzufügen, um vielstufige Touren zu erstellen – etwa mit Pausen an Cafés oder Sehenswürdigkeiten.

Der Planer nutzt Daten von OpenStreetMap, der Bayerischen Vermessungsverwaltung und dem Bayernnetz für Radwege, ergänzt durch aktuelle Infrastrukturdaten für hohe Genauigkeit und Verkehrssicherheit.

Lichtsignalanlagen

Lichtsignal Steuerzentralen, Schwachstellenanalysen und der „Ampel der Zukunft“

Lichtsignalanlagen senden Zustands‑ und Verkehrsdaten an eine zentrale Leitstelle, die Ampeln koordiniert und den Verkehrsfluss dynamisch steuert.

Sie synchronisiert Phasen und Grünzeiten mehrerer Anlagen, um Fahrfluss zu optimieren und Wartezeiten insgesamt zu reduzieren.

Sie prüft Sicherheit, Funktionalität, Datenqualität und technische Einbindung der Anlagen und identifiziert Risiken und Optimierungspotenziale.

Dazu gehören fehlerhafte Verkehrsdaten, defekte Sensoren, veraltete Steuerungen sowie unzureichende Abstimmung zu benachbarten Anlagen.

Sie macht Störquellen und Designfehler sichtbar und ermöglicht gezielte Verbesserungen, um Unfälle und Konflikte am Knoten zu reduzieren.

Sie kombinieren digitale Vernetzung, Echtzeit‑Datenanalyse, adaptives Signalprogramm und oft direkte Kommunikation mit Fahrzeugen oder Fahrrädern.

Über Schnittstellen für Daten (z.B. Fußgängerzahlen, Wartezeiten) und Kommunikationsprotokolle (z.B. V2I) lassen sich Ampeln in städtische Management‑Plattformen integrieren.

Sie passt Phasen und Grünzeiten zentral an aktuelle Verkehrsströme an und vermeidet unnötige Stopps und Staus in Ballungsräumen.

Sie müssen technische Normen, Sicherheits‑ und Datenschutzvorschriften sowie Empfehlungen der Straßenverkehrs‑Ordnung und Verkehrsleitstellenrichtlinien einhalten.

Sie spart Kosten, steigert Sicherheit und Effizienz, reduziert spätere Nachrüstungen und macht Investitionen in neue Ampeln und Zentralen zielgerichteter.

C-ITS

C-ITS steht für kooperative intelligente Verkehrssysteme, die Fahrzeuge, Infrastruktur und Apps vernetzen. In Bayern erhöht es die Sicherheit durch Echtzeit-Warnungen vor Gefahren wie Staus oder Unfällen.

Im Korridor München-Wien testen Bayern und Österreich Dienste wie Baustellenwarner und Nebelwarner. Projekte wie TEMPO integrieren C-ITS in den grenzüberschreitenden Verkehr.

Der Baustellenwarner überträgt Infos von Baustellen an kompatible Fahrzeuge via LTE/V2X. Fahrer erhalten Warnungen mit Geschwindigkeitsanpassung und Umleitungsvorschlägen.

Viele Neufahrzeuge von VW, Audi, BMW sind C-ITS-fähig (via Car2X). Schätzungsweise Hunderttausende in Bayern, mit steigender Zahl durch Nachrüstung.

Bayern nutzt C-ITS im VUM (Verkehrsmanagement) für dynamische Stau- und Baustelleninfo. Es verbindet sich mit TEMPO und Smart Motorways für fließenden Verkehr.

Autonomes Fahren

Die Zuständigkeit für die Genehmigung des sogenannten Betriebsbereichs – also des Straßenraums, in dem autonome Fahrzeuge der SAE-Stufe „Level 4“ verkehren sollen – liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Konkret fungiert hierbei die Landesbaudirektion Bayern als die zuständige Genehmigungsbehörde für Bundes-, Staats-, Kreis- und Kommunalstraßen. Eine Ausnahme besteht für das Autobahnnetz: Hier ist „Die Autobahn GmbH des Bundes“ die eigenständige Ansprechpartnerin für die Betriebsbereichsgenehmigungen.

Um einen Überblick über das bayerische Innovationsökosystem zu erhalten, steht Interessierten die „Readiness Map“ von Bayern Innovativ zur Verfügung. Diese interaktive Karte ist in den BayernAtlas integriert und bietet detaillierte Informationen zu Forschungsprojekten, Testfeldern, der 5G-Versorgung sowie V2X-fähigen Road-Side Units. Sie unterstützt Kommunen und Betreiber dabei, infrastrukturelle Rahmenbedingungen besser einzuschätzen, die für den sicheren Betrieb autonomer Fahrzeuge essenziell sind.

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