Baustellenmanagement

Bayern-Bake

Die intelligente Baustellenwarnleuchte Bayern-Bake.
Von der Warnbake automatisiert zum Navigationssystem.
Echtzeitmessung

Navigationsgeräte verfügen nicht immer über aktuelle Verkehrsdaten, was dazu führen kann, dass Verkehrsteilnehmer in Baustellenbereiche geleitet werden. Dies birgt erhebliche Risiken: Staus und zeitaufwendige Umfahrungen können entstehen, und nicht selten wird die Beschilderung ignoriert, wodurch Bauarbeiter gefährdet werden. Kooperative Intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) sollen diese Herausforderungen künftig lösen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die „Bayern-Bake“, eine intelligente Baustellenwarnleuchte, die Navigationsgeräte automatisiert mit präzisen Verkehrsdaten versorgen soll. Das Referat Verkehrsmanagement an der Landesbaudirektion Bayern erprobt diese Technologie derzeit in Zusammenarbeit mit verschiedenen Staatlichen Bauämtern und Straßenmeistereien. Die „Bayern-Bake“ baut auf einer bereits in Warnleitanhängern bewährten Technologie auf und wird nun gezielt für den Einsatz an Warnbaken weiterentwickelt.

Optisch ähnelt die „Bayern-Bake“ einer herkömmlichen Warnleuchte, die an Baustellen zur Absicherung der Fahrbahn dient. Im Inneren des runden Leuchtkopfes des rot-weiß schraffierten Pfostens befinden sich jedoch eine SIM-Karte und ein GPS-Empfänger. Sobald die Leuchte aktiviert wird, übermittelt sie in Echtzeit ihren Standort und Zustand (ein-/ausgeschaltet) über das ArbIS-Systemprotokoll an die Verkehrsredaktion des Freistaats (Backend-Kommunikation).

Diese automatisierte Übertragung ermöglicht präzise Rückschlüsse auf den Ort und die Zeit von Bauaktivitäten, ohne dass wie bisher eine gesonderte Meldung des Bauleiters sowie eine nachfolgende Überprüfung und Erfassung durch die Redakteure erforderlich sind. Besonders relevant ist diese Technologie in Situationen, in denen Baustellen verschoben werden, verspätet beginnen, kurzfristig inaktiv sind oder wenn während der Ferienzeit eine Vielzahl von Baustellenmeldungen gleichzeitig eingehen. Die „Bayern-Bake“ trägt somit wesentlich zu einer effizienteren und schnelleren Kommunikation von Verkehrsdaten bei. Seit 2023 werden Pilotversuche mit der digitalen Warnleuchte auf mehreren Streckenabschnitten durchgeführt. In der Nähe von Waldkirchen im Landkreis Freyung-Grafenau sowie an der B 533 bei Hengersberg nahe Deggendorf konnte bereits nachgewiesen werden, dass die „Bayern-Bake“ selbst bei suboptimaler Mobilfunkabdeckung erfolgreich Daten übermittelt. Der schrittweise Einsatz an weiteren Standorten wird nun in Abstimmung mit Staatlichen Bauämtern und Straßenmeistereien je nach Bedarf koordiniert.

Eine Zwischenevaluierung hat gezeigt, dass die digitale Baustellenleuchte nicht nur für langfristige Arbeitsstellen geeignet ist. Ihr Einsatz bei kurzzeitigen Baustellen, wie beispielsweise bei Gehölzpflege oder Mäharbeiten, ermöglicht es, Verkehrsteilnehmer auch über häufig auftretende temporäre Einschränkungen auf ihrer Strecke aktuell zu informieren. Darüber hinaus könnte die Technologie auf weitere Sperrgeräte wie Baustellenampeln ausgeweitet werden. Mittelfristig besteht zudem die Möglichkeit, bestehende Systeme von Firmen über handelsübliche Schnittstellen in die Datenübertragung zu integrieren.

Obwohl die digitale Warnleuchte mit höheren Kosten als herkömmliche Modelle verbunden ist, überwiegen die Vorteile deutlich. Die „Bayern-Bake“ verbessert nicht nur die Qualität und Quantität der Baustellenmeldungen, sondern erhöht auch die Verkehrssicherheit erheblich – sowohl für die Mitarbeiter auf den Baustellen als auch für die Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig entlastet sie die Verkehrsredaktion, wodurch Effizienzgewinne erzielt werden können. Diese Kombination aus Sicherheitssteigerung, Prozessoptimierung und technologischer Innovation macht die „Bayern-Bake“ zu einem zukunftsweisenden Instrument für das Verkehrsmanagement.